Das Einhorn und die Schildkröte
Am Rande eines Waldes lebte eine alte Schildkröte, die für ihre klugen Ratschläge bekannt war.
Eines Morgens sah sie ein junges Einhorn, das auf einem Skateboard stand und unsicher mit den Hufen scharrte.
„Ich warte noch ein bisschen“, murmelte das Einhorn.
„Vielleicht ist heute nicht der richtige Tag.
Vielleicht ist der Weg zu holprig.
Vielleicht falle ich hin.“
Die Schildkröte hob langsam den Kopf.
„Warum fährst du nicht einfach los?“
„Weil ich noch nicht bereit bin“, antwortete das Einhorn.
„Ich muss erst überlegen, planen, üben, nachdenken …
irgendwann werde ich anfangen.“
Die Schildkröte lächelte.
„Ich bin mein Leben lang langsam gewesen.
Aber eines habe ich gelernt:
Wer immer nur wartet, kommt nie an.
Und wer losgeht, ist schon unterwegs.“
Das Einhorn blickte auf die Straße.
Sie hatte Ecken, Kanten und kleine Stolpersteine.
Ein paar Steine, ein paar Kurven, ein bisschen Ungewissheit.
Dann atmete es tief ein, stieß sich ab – und rollte los.
Erst wackelig, dann mutiger, schließlich mit funkelnder Mähne
und einem Lachen, das durch den Wald hallte.
„Siehst du“, rief die Schildkröte ihm nach,
„die Zukunft ist nicht morgen. Sie beginnt in dem Moment, in dem du dich bewegst.“
Die Moral der Geschichte
Wer immer auf den perfekten Zeitpunkt wartet, verpasst den Moment, in dem Veränderung möglich wird.
Die Zukunft ist jetzt – sie gehört denen, die anfangen, auch wenn noch nicht alles perfekt ist.
Habt es schön!

